Kapitel 4

Folgen & Westfälischer Frieden

1648 endet der Krieg – aber Europa sieht anders aus: entvölkerte Landstriche, neue Bündnisse, diplomatische Regeln. Dieses Kapitel fasst die Langzeitwirkungen zusammen.

Politische Ordnung

Der Westfälische Frieden erkannte die Souveränität der Reichsstände an. Sie durften Bündnisse schließen, solange diese nicht gegen den Kaiser gerichtet waren. Frankreich erhielt Elsass, Schweden Vorpommern – Habsburgs Universalanspruch war vorbei.

Religiöse Gleichstellung

Katholiken, Lutheraner und Calvinisten erhielten gleiche Rechte. Gläubige durften in 30 Jahren Abstimmungsfrist in ihr Bekenntnis wechseln. Toleranz entstand nicht über Nacht, wurde aber Prinzip.

Gesellschaft & Wirtschaft

In manchen Gebieten verringerte sich die Bevölkerung um bis zu 40 Prozent. Städte lockten Handwerker mit Steuerfreiheit an. Neue Finanzinstrumente (Staatsanleihen, Kriegskredite) verbreiteten sich.

Diplomatie

Der Frieden gilt als Geburtsstunde moderner Kongresse: ständige Gesandte, Protokollregeln, Neutralitätszonen. Konflikte sollten künftig verhandelt statt erzwungen werden.

Münster & Osnabrück

Zwei Städte, zwei Konfessionen: In Münster verhandelten überwiegend katholische Mächte, in Osnabrück protestantische. Kuriere pendelten monatelang – ein frühes Beispiel für Shuttle-Diplomatie.

Fun Fact: Weil Gesandte nicht in einem Raum sitzen wollten, wurden Dokumente kopiert und zwischen den Rathäusern hin- und hergetragen.

Kupferstich des Friedenssaals im Rathaus Münster
Rathaus zu Münster – Ort des Friedensschlusses.

Langzeitwirkungen